Bewässerung

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Die Bewässerung der angelegten Pflanzung nimmt sehr viel Zeit in Anspruch, verstärkt durch den langgestreckten Zuschnitt des 1900 m² großen Grundstückes. Es galt, diese wiederkehrende Tätigkeit zu automatisieren unter folgenden Gesichtspunkten:

  • autarkes Bewässerungssystem
  • ohne manuellen Eingriff
  • Speicherkapazität 14 Tage
  • optimale Nutzung der Resource Wasser
  • Einsatz einer robusten und preiswerten Technik

Da die Pflanzung sehr robust und pflegeleicht angelegt wurde, wurde auf eine fest installierte Bewässerungsanlage verzichtet. In den Sommermonaten werden entlang des Zaunes zwei Schläuche verlegt, ein dritter kurzer Zweig versorgt die Pflanzung im Terassenbereich. Gespeist wird die Bewässerung aus einer Zisterne mit einem Fassungsvermögen von 20 m³. Als Pumpe kommt ein Hauswasserwerk zum  Einsatz, welches in der Garage aufgestellt ist und über einen Aktor geschaltet wird. Der Füllstand der Zisterne wird über einen kapazitiven Tankfühler der Firma Rewalux mit 4-20 mA-Ausgang erfasst und über
einen Analogeingang auf den Bus gesendet.

Umsetzung
Um den langen Wegen und den damit verbundenen Druckverlusten Rechnung zu tragen, werden die drei Bewässerungskreise separat angesteuert. Als Verteiler fungiert der Ventilblock einer alten Waschmaschine, der über drei weitere Schaltaktor-Kanäle angesteuert wird. Als nächstes galt es, einen geeigneten Algorithmus für die Auslösung des Bewässerungsvorganges sowie eine geeignete Bewässerungsstrategie zu finden. Der Einsatz von Feuchtefühlern wurde aus Kostengründen und wegen der notwendigen Verkabelung verworfen. Als äußerst effektiv erwies sich schließlich eine Nachahmung der Entscheidungsfindung, wie sie normalerweise intuitiv getroffen wird:

  • hohe Tagestemperaturen
  • keine Niederschlag für eine bestimmte Zeitdauer => Gießen!

smart
Im HS werden über zwei Tage die Zeiten aufsummiert, in denen eine bestimmte Außentemperatur überschritten wird. Ohne Niederschlag wird bei Erreichen des Schwellwertes der Gießvorgang ausgelöst. Fällt Niederschlag einer bestimmten Menge (Zeitdauer), so wird der Betriebsstundenzähler zurückgesetzt. Der Gießvorgang selbst findet nach Sonnenuntergang statt, damit wird die Verdunstungrate reduziert. Die drei unterschiedlichen Gießzonen werden im Wechsel gegossen, und zwar jeweils in Intervallen von fünf Minuten. Der Boden kann so das Wasser besser aufnehmen. Die gesamte Gießdauer beträgt normal 60 Minuten. Bei Tagestemperatu-ren über 28 °C wird die Bewässerungsdauer auf 90 Minuten erhöht. Die  Freigabe des Bewässerungsvorganges erfolgt, wenn das Haus in den Modus Schlafen versetzt wird. Dadurch wird verhindert, dass der Gießvorgang startet, während sich Hausbewohner auf der Terasse  aufhalten. Im Modus Urlaub erfolgt die Freigabe über eine Zeitschaltuhr im HS.

Sicherheit
Der Füllstandssensor in der Zisterne verhindert (neben einem Thermoschalter), dass die Pumpe ohne ausreichend Wasser eingeschaltet wird. Eine Logik im HS überprüft weiter, ob der Füllstand annähernd proportional zur Bewässerungsdauer abgenommen hat, um Leitungsbruch, Pumpenstörung o.ä. zu erkennen. In diesem Fall erfolgt eine Störmeldung in der Visualisierung oder im Modus Urlaub eine Alarmierung per SMS. Gleiches gilt für das Unterschreiten des Mindestfüllstandes.